Unsere Ziele

Netzwerk

Mit unseren Events bauen wir ein Netzwerk für Spieleentwickler*innen und eSportler*innen aus Schleswig-Holstein auf, um den Standort für Fachkräfte attraktiver zu machen. Außerdem wollen wir Teambildung ermöglichen, Wissen austauschen und Synergieeffekte erzeugen.

Förderung

Videospiele sind eine der innovativsten kulturellen Ausdrucksformen. Sie sind sowohl kulturell als auch wirtschaftlich äußerst relevant. Wir setzen uns aktiv für eine Games-Förderung auf Landesebene ein, um SH technologisch wettbewerbsfähig zu machen.

Aufklärung

Die Tätigkeit von Spieleentwickler*innen und die von eSportler*innen ist für viele noch ein Mysterium und entsprechend viele Diskussionen gibt es zum Thema. Von Killerspielen, Sexismus bis hin zu Lootboxen und fragwürdigen Monetarisierungstaktiken – wir klären auf, wie und wieso Spiele entstehen und Wettkämpfe darin ausgetragen werden!

WIESO VIDEOSPIELE?

Spiele und Spieleentwicklung sind ein entscheidender Teil unserer Kulturlandschaft. Sie sind nicht nur das kreative Medium der Zukunft, sondern sind auch maßgeblicher Grund für eine Reihe von technologischen Fortschritten. Die Technologien und Mechanismen, die in der Spielebranche entwickelt werden, finden längst auch Anwendung in anderen Bereichen des Lebens – sei es beim Einsatz von VR im medizinischen Bereich, der Gamification von Arbeitsabläufen in Betrieben oder der Anwendung der Lehren aus dem Level- und Tutorial-Design beim Entwurf von öffentlichen Einrichtungen. Die Liste ist lang.

Auch wirtschaftlich sind Videospiele ein gamechanger. 2017 war die Videospielindustrie der mit Abstand umsatzstärkste Sektor der Entertainment-Industrie – noch vor Büchern, Musik und Film. Wie kein anderes Medium sind Computerspiele eine einzigartige Verschmelzung von Interaktivität, Narration, Ästhetik und Technologie. Im Zuge der Digitalisierung werden Videospiele nur noch relevanter für die Kultur- und Technologielandschaft werden. Es ist von essentieller Wichtigkeit für den Standort, dass wir uns in Schleswig-Holstein nicht abhängen lassen und zu einem attraktiven Ort für Spieleentwickler*innen und eSportler*innen entwickeln.

Deswegen haben wir diese Initiative gegründet. Wir wollen Schleswig-Holstein (und Deutschland) zu einem attraktiven und zukunftsträchtigen Land für Spieleentwicklung und eSport machen, um Kultur, Technologie und Wirtschaft in unserem Land zu fördern. Unsere Bemühungen stehen dabei auf drei Säulen: dem Aufbau eines Netzwerks, der Etablierung einer Förderung und der Aufklärung der Gesellschaft über die Relevanz der Spieleindustrie.

WIESO EINE FÖRDERUNG?

Trotz der hohen Wirtschaftskraft von Videospielen ist Deutschland als Standort bislang nicht wettbewerbsfähig. Zuletzt kamen Computer- und Videospiele von deutschen Unternehmen auf einen Marktanteil von nur rund 6% auf dem heimischen Markt – im Vergleich zu Ländern wie Kanada, Großbritannien oder Frankreich ist das nicht viel. Zurückzuführen ist dieser Unterschied auch darauf, dass es in diesen Ländern erfolgreiche Fördersysteme für Videospiele gibt. Wir brauchen daher eine Förderung für Games – sowohl auf Bundesebene, als auch auf Landesebene.

In Deutschland gibt es einige wenige Hotspots für Spieleentwickler*innen: vor allem Berlin, Hamburg, München und Köln, aber auch Frankfurt haben eine sehr aktive Szene. Davon profitieren nicht nur die Entwickler*innen, sondern auch maßgeblich die Städte und Regionen. Laut einer Berechnung des game-Bundesverbandes generiert 1€ Games-Förderung ca. 1.80€ zusätzliche Steuereinnahmen und ca. 8€ zusätzliche Investitionen. Eine Games-Förderung hat somit nachweislich eine starke wirtschaftliche Hebelwirkung, sie bezahlt quasi für sich selbst. Eine solche Hebelwirkung können wir im aktuell strukturschwachen Schleswig-Holstein sehr gut gebrauchen. Durch eine Games-Förderung auf Landesebene machen wir den Standort attraktiver für Fachkräfte, die sich sonst auf andere, attraktivere Regionen umorientieren werden.

WIESO EIN NETZWERK?

Die Vernetzung der Spieleentwickler*innen- und eSport-Szene in SH bietet viele Vorteile. So können unmittelbar Erfahrungen und Wissen untereinander ausgetauscht werden, das Suchen und Finden von neuen Teammitgliedern wird einfacher und man kann schnell und unkompliziert nach Hilfe oder Feedback fragen. Der Aufbau eines Netzwerks hat aber noch einen weiteren positiven Effekt: ein bestehendes, starkes Netzwerk macht die Region für Fachkräfte attraktiver und steigert den Wissensstand aller Beteiligten. Wir haben in Schleswig-Holstein wenige Fachkräfte im Bereich der Spieleentwicklung, da es aktuell wenige Strukturen zur Bildung dieser Fachkräfte gibt. Denjenigen, die sich selbst zur Fachkraft ausgebildet haben, bieten wir in unserem Netzwerk ein Zuhause.
Und auch der eSport-Bereich hierzulande weist noch keine überzeugende Basis auf. Insbesondere der Austausch zwischen eSport-Athlet*innen und regionalen Sportvereinen ist uns ein Anliegen, damit in den Sportstätten in Abstimmung miteinander optimale Bedingungen für eSport-Sparten geschaffen werden können.

Wir setzen mit unseren Sessions und dem Mentoring-Programm erste Akzente auf dem Weg zu einer gezielten Ausbildung von Spieleentwickler*innen in Schleswig-Holstein und bauen über unsere Events und Kommunikationskanäle ein Netzwerk auf. Ohne Netzwerk keine Fachkräften. Und ohne Fachkräfte ist der Standort Schleswig-Holstein für Spielefirmen weniger attraktiv.
Und auch die Entwicklung des eSports erfordert einen offenen Dialog zwischen den verschiedenen Interessengruppen, um den Weg für Förderung zu ebnen.

WIESO AUFKLÄRUNG?

Killerspiele, Lootboxen, Sexismus, Videospiel-Sucht und andere Themen tauchen immer wieder in der öffentlichen Diskussion auf und färben das Bild der Spielebranche negativ. Natürlich steckt hinter jedem dieser Themen auch ein wahrer Kern, aber die Diskussion ist oft vor allem durch eines geprägt: Unwissenheit und Oberflächlichkeit. Das ist größtenteils darauf zurückzuführen, dass die Entstehung von Videospielen für viele Menschen noch ein komplett undurchsichtiges Mysterium ist.
Während bei anderen Medien wie dem Film ein allgemein recht gutes Verständnis für deren Produktion vorhanden ist, weiß mit Berufsbezeichnungen wie dem Game Designer oder dem Narrative Director kaum jemand etwas anzufangen. Auf entsprechend wackligen Beinen stehen Diskussionen über die Entstehung und Wirkung von Videospielen. Einer gesichtslosen Branche kann schnell der Vorwurf von Profitgier durch Lootboxen oder Oberflächlichkeit und Sexismus vorgeworfen werden.
Dem eSport ergeht es ähnlich: mit Strategie- und Shooter-Spielen an der weltweiten Spitze leidet er auch heute noch am gewaltverherrlichenden Killerspiel-Image. Dass beim eSport in hohem Maße kognitive Fähigkeiten gefragt sind und Profispieler*innen vergleichbaren psychischen wie physischen Belastungen unterliegen wie etwa Motorsportler*innen, gerät dabei in der Regel in den Hintergrund.

Viele beschäftigen sich deswegen gar nicht erst mit dem Medium der Videospiele, da oft ein sehr oberflächliches Bild des Mediums vermittelt wird. Dabei gibt es aber gerade nicht nur Killerspiele, sondern auch eine Vielzahl von kulturell äußerst anspruchsvollen Videospielen. Ein großer Anteil der Entwickler*innen verfolgt vor allem kreative und kulturelle Ziele und strebt danach, das Medium und seine Gestaltungsmöglichkeiten auszureizen.
Videospiele vereinen die Stärken von vielen anderen Medien und weisen das einzigartige Merkmal auf, dass man als Rezipient*in selbst Teil der Geschehnisse ist. Die Spieler*innen machen Erfahrungen und sehen sie sich nicht nur an oder lesen darüber. Um dieses bemerkenswerte Medium noch mehr Menschen zugänglich zu machen, setzen wir uns für ein besseres Bild der Videospielbranche und mehr Aufklärung über die Entstehung und Potentiale von Videospielen und dem eSport-Bereich ein. Dazu halten wir Vorträge auf Messen und ähnlichen Veranstaltungen, wie z.B. der Digitalen Woche Kiel.